Die Einheit seiner und seines Entgegengesetzten

„Das Einzige, um den wissenschaftlichen Fortgang zu gewinnen, ist die Erkenntnis des logischen Satzes, daß das Negative eben so sehr positiv ist, oder daß das sich Widersprechende sich nicht in Null, in das abstrakte Nichts auflöst, sondern wesentlich nur in die Negation seines besondern Inhalts, oder daß eine solche Negation nicht alle Negation, sondern die Negation der bestimmten Sache, die sich auflöst, somit bestimmte Negation ist; daß also im Resultate wesentlich das enthalten ist, woraus es resultiert; – was eigentlich eine Tautologie ist, denn sonst wäre es ein Unmittelbares, nicht ein Resultat. Indem das Resultierende, die Negation, bestimmte Negation ist, hat sie einen Inhalt. Sie ist ein neuer Begriff, aber der höhere, reichere Begriff als der vorhergehende; denn sie ist um dessen Negation oder Entgegengesetztes reicher geworden, enthält ihn also, aber auch mehr als ihn, und ist die Einheit seiner und seines Entgegengesetzten.“ (Hegel, Wissenschaft der Logik. Einleitung. 1812. S. XX.)

 

 

Hinweis

In Psychotherapie und Begriff (1996) hatte ich von „gesunder Unwahrheit“ gesprochen. Reichhaltiges Material dazu ist enthalten in: Olivia Judson: Enhancing the Placebo in der New York Times vom 3.5.2010 mit zahlreichen Literaturhinweisen.